Was ist der Tod?

20/06/2011 | Deutsch | Leben und Tod

Der Tod ist eine Erscheinung, kein eigenständiges Wesen. Wenn wir Menschen in unserer Unwissenheit und Angst vor dem Ungewissen den Tod personifiziert haben, ist dies nur ein Versuch, ihn in irgendeiner Weise zu verstehen und zu durchschauen. Aber der Tod existiert ebenso wenig von sich selbst aus wie der Schatten! Ohne Licht gäbe es keinen Schatten. Nur wo wir eine Lichtbehinderung aufstellen, dort entsteht, d.h. dort erscheint der Schatten als reine Abwesenheit des Lichtes. So ist auch der Tod nichts anders als die Abwesenheit des irdischen Lebens. Und damit ist der Weg frei für eine andere Deutung, die für uns weiter geht und wichtiger ist. Wenn auch der Körper der Zeit ausgeliefert ist und mit der Zeit vergeht und verwest, kann die Person als geistiges Wesen, als unteilbares Ich-Bewusstsein nicht sterben und lebt einfach weiter in der selben Weise, wie sie auch vom Schöpfer konzipiert wurde: aus Gott geboren, zu Gott als ewiges, unendliches Zuhause zurückgekehrt! Zukunft ist Herkunft im geistigen Sinne.

Das ist unsere doppelte WAHRHEIT: Wir sind sterblich und zugleich unsterblich. Unser Ich ist nicht aus den Eltern geboren, denn dann wäre es kein eigenes unteilbares Ich und damit auch kein freies Wesen! Wir gehören Gott, unserem Schöpfer. Und damit ist unser TROST gegeben und berechtigt.

Unser Glaube lässt uns wissen, was unsere Vernunft allein nicht bewältigen kann: Die Auferstehung Jesu ist eine Tatsache und hat damit den schlagenden Beweis geliefert, dass unsere Friedhöfe keine Totenstädte, sondern Höfe des Friedens sind. Keine Nekropolen, sondern Ruhestädte. Es ist klar, dass wir keine Person begraben können: nur eine sterbliche Hülle. Ein schönes Bild des Todes: Im selben identischen Augenblick, wenn es in der Nacht 24,00 Uhr läutet, bricht der Tag an. Es gibt keinen Unterschied, sachlich gesehen. So ist auch der Tod kein Ende, sondern eine neue Geburt, wobei wir selbst mitgeholfen haben. Unsere Freiheit entscheidet mit, in welche Richtung wir “geboren” werden mögen. Wer die Wahrheit liebte, das Gute getan hat, dieser Person wird Gott mit größter Freude begegnen, denn bei der Quelle alles Wahren und Guten ist man zuhause. Kein Leid, keine Ängste werden mehr Macht über uns haben.